Deutschland verzeichnet europaweit die höchsten Hochwasserschäden

21. Juli 2026|News

Die wirtschaftlichen Folgen gehen weit über beschädigte Gebäude und Infrastruktur hinaus. Für den Fall eines schweren Hochwassers im Jahr 2027 modelliert die Versicherung für Deutschland innerhalb der darauffolgenden drei Jahre einen Verlust an Wirtschaftsleistung von rund 108 Milliarden Euro. Die Bruttoanlageinvestitionen könnten bis 2030 um 11,9 Prozent beziehungsweise rund 83,6 Milliarden Euro zurückgehen. Hinzu kämen Produktionsausfälle, unterbrochene Lieferketten und ein Konsumverlust von etwa 44 Milliarden Euro.

Die Analyse unterstreicht damit die wachsende Bedeutung von Klimaanpassung und vorbeugendem Hochwasserschutz – auch für Wohnungseigentümergemeinschaften und Immobilienverwaltungen. Gefährdungsanalysen, Elementarschadenversicherungen, Rückstausicherungen sowie der Schutz technischer Anlagen und Kellerräume sollten stärker in die langfristige Instandhaltungs- und Sanierungsplanung einbezogen werden.

Beim staatlichen Hochwasserschutz besteht weiterhin erheblicher Nachholbedarf. Im Nationalen Hochwasserschutzprogramm sind derzeit rund 109 Maßnahmen mit einem Finanzvolumen von etwa sieben Milliarden Euro vorgesehen. Nach Angaben des Versicherers sind von den seit 2013 geplanten Mitteln bislang jedoch nur etwas mehr als 500 Millionen Euro abgeflossen. Als Hemmnisse gelten vor allem langwierige Genehmigungsverfahren sowie die komplexe Aufgabenverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen.

Mehr dazu können Sie hier nachlesen: https://www.allianz-trade.de/presse/pressemitteilungen/allianz-trade-studie-wirtschaftliche-folgen-von-flutereignissen.html 

Im Koalitionsvertrag festgehalten ist die Einführung einer verpflichtenden Elementarschadenversicherung, ob und wann dies erfolgen wird, bleibt weiter offen.