Die Ergebnisse zeichnen insgesamt ein positives und dynamisches Bild. 79 Prozent der Verwaltungen setzen sich strategische Ziele, 75 Prozent arbeiten mit einer Liquiditätsplanung und 75 Prozent erstellen ein Jahresbudget. Betriebswirtschaftliche Auswertungen sind damit für viele Unternehmen längst gelebte Praxis. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass mit wachsender Unternehmensgröße auch der Einsatz von Kennzahlen, Controllinginstrumenten und spezialisierter Software zunimmt. Vor allem kleinere und mittlere Verwaltungen stehen damit unter besonderem Anpassungsdruck. Sie müssen dieselbe regulatorische und operative Komplexität bewältigen wie größere Marktteilnehmer, verfügen dafür aber seltener über entsprechend ausgebaute Steuerungsinstrumente.
Deutlich werden zugleich strukturelle Herausforderungen. Kalkulationsgrundlagen sind in vielen Unternehmen noch nicht ausreichend dokumentiert. Auch Leistungs- und Zeitdaten werden häufig nur teilweise systematisch erfasst. Damit fehlen vielfach wichtige Voraussetzungen für eine konsequente betriebswirtschaftliche Steuerung und eine belastbare Kalkulation von Leistungen.
Auch bei den Vergütungsmodellen zeigt sich eine Branche in Bewegung. In der WEG- und Mietverwaltung dominiert weiterhin das Modell aus Grund- und Zusatzvergütung. Es wird von 92 Prozent der WEG-Verwaltungen und 85 Prozent der Mietverwaltungen genutzt. Gleichzeitig überprüfen viele Unternehmen ihre Preisstrukturen und planen Anpassungen, um Leistungen transparenter abzubilden und wirtschaftliche Entwicklungen besser berücksichtigen zu können. 28 Prozent der WEG-Verwaltungen und 23 Prozent der Mietverwaltungen bereiten entsprechende Veränderungen ihrer Vergütungsmodelle vor.
„Die Umfrage zeigt eine leistungsfähige und ergebnisorientierte Branche, die ihre Aufgaben auch unter schwierigen Rahmenbedingungen verlässlich erfüllt. Sie zeigt aber auch, dass professionelle Immobilienverwaltung heute mehr als langjährige Erfahrung und persönlichen Einsatz benötigt. Wer langfristig wirtschaftlich tragfähig arbeiten will, braucht belastbare Kennzahlen, nachvollziehbare Kalkulationen und saubere Zeit- und Leistungsdaten. Genau hier liegt das Momentum“, sagt Martin Kaßler, Geschäftsführer des VDIV Deutschland.
Die gesamte Auswertung kann hier abgerufen werden: https://vdiv.de/immobilienverwaltung/verwalter-monitor