Kundenanlagen: Verbände drängen auf dauerhafte europäische Lösung

17. März 2026|News

Besonders kritisch wird bewertet, dass für neue Kundenanlagen keine vergleichbare Absicherung geschaffen wurde. Nach Darstellung der Allianz werden dadurch neue dezentrale Energieprojekte vielfach ausgebremst, gestoppt oder mit aufwendigen Einzelfallprüfungen durch Netzbetreiber belastet. Damit bleibe die Rechtsunsicherheit für neue Vorhaben bestehen, obwohl gerade diese Projekte für eine dezentrale und praxistaugliche Energiewende von erheblicher Bedeutung seien.

Die Verbände warnen deshalb davor, die befristete Atempause für Bestandsanlagen als ausreichende Lösung zu verstehen. Aus ihrer Sicht muss die politische Arbeit nun darauf gerichtet werden, eine dauerhaft rechtssichere und europarechtskonforme Regelung für bestehende und neue Kundenanlagen zu schaffen. Als vorzugswürdige Lösung sehen sie den Erhalt der bisherigen Kundenanlagenregelung im Energiewirtschaftsgesetz. Dafür wäre allerdings eine Anpassung der Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie auf europäischer Ebene erforderlich.

Vor diesem Hintergrund appelliert die Allianz an die politischen Entscheidungsträger, das Thema zur Priorität zu machen und sich weiterhin gegenüber der Europäischen Kommission für eine Änderung der Richtlinie einzusetzen. Flankierend regen die Verbände an, auch den Kontakt zu deutschen Mitgliedern des Europäischen Parlaments, insbesondere im zuständigen ITRE-Ausschuss, sowie zum Rat der Europäischen Union gezielt zu nutzen.

Zugleich signalisiert die Verbändeallianz ihre Bereitschaft, den weiteren Prozess aktiv zu begleiten. Sie bietet politische und fachliche Gespräche an und will mit konkreten Praxisbeispielen, Betroffenheiten und Lösungsvorschlägen für den Erhalt der Kundenanlagenregelung werben. Zu den Unterzeichnern gehört auch der Verband der Immobilienverwalter Deutschland.

Den Brief finden Sie hier: vdiv.de//05_Publikationen/2026_VDIV_Verbaendebrief_Kundenanlagen.pdf