Die deutsche Versicherungswirtschaft hat 2025 Beitragseinnahmen in Höhe von 254 Milliarden Euro erzielt – ein Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Einschätzung führender Branchenvertreter ist dieses Wachstum jedoch primär preisgetrieben. Real erhalten Versicherte kein erweitertes Leistungsniveau, sondern zahlen höhere Prämien zur Deckung gestiegener Schadenkosten.
Besonders betroffen sind die Kfz-, Kranken- und Wohngebäudeversicherung. Steigende Werkstattlöhne, Ersatzteilpreise und Baukosten wirken sich unmittelbar auf die Schadenaufwendungen aus. Einzelne Werkstattstunden erreichen inzwischen Kostenniveaus von bis zu 300 Euro. Diese Entwicklungen werden über die Prämien an das Versichertenkollektiv weitergegeben.
Hinzu kommt die zunehmende Relevanz von Elementarrisiken. Zwar war das Jahr 2025 im Hinblick auf Naturgefahren vergleichsweise schadenarm, langfristig verzeichnet die Branche jedoch einen kontinuierlichen Anstieg witterungsbedingter Schäden. Versicherer reagieren mit angepassten Rückstellungen und risikoadäquater Prämienkalkulation.
Eine verpflichtende Elementarschadenversicherung wird seitens der Branche kritisch gesehen. Statt einer gesetzlichen Pflichtlösung wird ein Opt-out-Modell favorisiert, bei dem eine Elementarabsicherung standardmäßig Bestandteil der Wohngebäudeversicherung ist, jedoch aktiv abgewählt werden kann. Bereits heute liegt die Durchdringung im Neugeschäft bei rund 80 Prozent.
Für den Immobiliensektor besonders relevant sind exponierte Lagen. Rund 400.000 Gebäude befinden sich in Zone-4-Gebieten mit statistisch häufigeren Schadenereignissen. Versicherungsschutz bleibt dort grundsätzlich möglich, allerdings häufig nur mit erhöhten Prämien oder Selbstbehalten. Gleichzeitig entstehen jährlich zusätzliche Neubauten in ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten, was das langfristige Risikoprofil weiter verschärft.
Für Eigentümer und Eigentümerinnen und Immobilienverwaltungen bedeutet dies eine veränderte Risikobewertung. Versicherbarkeit ist in Deutschland weiterhin gegeben, jedoch zunehmend differenziert nach Lage und Schadenhistorie. Prämienentwicklung, Selbstbehaltsmodelle und bauliche Präventionsmaßnahmen werden zu zentralen Steuerungsgrößen im Asset- und Risikomanagement.