Trotz steigender Einkommen – Leistbarkeit von Wohneigentum stagniert

4. August 2026|News

Damit setzt sich die Erholung nach dem Einbruch des Immobilienmarktes vorerst nicht fort. Seit Anfang 2025 bewegt sich der Index in einer engen Spanne zwischen 103 und 107 Punkten. Eine spürbare Verbesserung der Bedingungen für den Wohneigentumserwerb ist bislang ausgeblieben.

Der Referenzwert von 100 steht für eine Finanzierung, bei der eine typische vierköpfige Erwerberfamilie höchstens 35 Prozent ihres verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens für das Eigenheim aufbringen muss. Werte oberhalb von 100 bedeuten eine bessere, Werte darunter eine schlechtere Leistbarkeit.

Große regionale Unterschiede

Besonders angespannt bleibt die Situation in den großen Metropolen und ihrem Umland. Dort kann die Finanzierung eines Einfamilienhauses bis zu 43 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens beanspruchen. Unter den sieben größten Städten weist Stuttgart mit 92 Punkten den günstigsten Wert auf, gefolgt von Hamburg mit 90 Punkten und Berlin mit 85 Punkten.

Deutlich erschwinglicher sind Eigenheime in vielen ländlichen Regionen. In den Kreisen Steinburg und Rhön-Grabfeld müssen Modellhaushalte jeweils nur rund 19 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Finanzierung einsetzen. Auch Dithmarschen sowie Regionen im Saarland und in Sachsen-Anhalt schneiden vergleichsweise günstig ab.

Die Unterschiede zwischen Stadt und Land haben sich zuletzt allerdings etwas verringert. In einzelnen Großstädten wie München und Dresden verbesserte eine überdurchschnittliche Lohnentwicklung die Leistbarkeit. Gleichzeitig stagnierten oder verschlechterten sich die Werte in manchen ländlichen Regionen, weil die Nachfrage aus den Städten dort die Preise stützte.

Eigenkapital bleibt die zentrale Hürde

Nach Einschätzung der Studienautoren ist kurzfristig nicht mit einer grundlegenden Entspannung zu rechnen. Niedrigere Kaufpreise werden vielfach durch höhere Finanzierungskosten aufgezehrt. Hinzu kommen Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie mögliche Maklerprovisionen, die häufig aus Eigenmitteln bezahlt werden müssen. Als mögliche politische Hebel nennt das IW geringere Erwerbsnebenkosten, eine bessere steuerliche Behandlung selbst genutzten Wohneigentums und staatliche Bürgschaftsmodelle.

Den IW-Interhyp-Erschwinglichkeitsindex finden Sie hier: https://www.iwkoeln.de/studien/pekka-sagner-michael-voigtlaender-interhyp-iw-erschwinglichkeitsindex-2025.html