Wettbewerbsfähigkeit: Zentrale Standortnachteile Deutschlands im internationalen Vergleich

3. Februar 2026|News

Ein zentrales Warnsignal sind die Unternehmensinvestitionen. Diese sind zuletzt rückläufig und entwickeln sich im Vergleich zu anderen G7-Staaten, China und Schweden schwächer. Parallel dazu liegt die effektive durchschnittliche Unternehmensbesteuerung in Deutschland weiterhin auf einem hohen Niveau. Im internationalen Vergleich zählt Deutschland damit zu den Hochsteuerstandorten, was Investitionsanreize zusätzlich dämpft.

Auch die Kostenstruktur verschlechtert sich. Die Lohnstückkosten sind seit 2015 deutlich stärker gestiegen als im G7-Durchschnitt. Während steigende Löhne grundsätzlich Ausdruck wirtschaftlicher Stärke sein können, führen sie in Kombination mit schwacher Produktivitätsentwicklung zu einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere im industriellen Kernbereich.

Ein weiterer struktureller Nachteil sind die hohen Energiepreise. Deutschland weist im G7-Vergleich einen der höchsten Industriestrompreise auf. Für energieintensive Branchen stellt dies einen erheblichen Standortnachteil dar, der Investitionsentscheidungen und Produktionsverlagerungen beeinflussen kann.

Langfristig besonders problematisch ist der demografische Ausblick. Bis 2033 wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in Deutschland vergleichsweise stark schrumpfen. Damit drohen Fachkräfteengpässe, geringere Wachstumsimpulse und zusätzlicher Druck auf die sozialen Sicherungssysteme.

Auch die globale Bedeutung der deutschen Wirtschaft nimmt ab. Der Anteil Deutschlands an der weltweiten Wirtschaftsleistung ist seit 1995 deutlich zurückgegangen und hat sich nahezu halbiert. Während China seinen Anteil massiv ausbauen konnte, verliert Deutschland relativ an Gewicht innerhalb der Weltwirtschaft.

In der Gesamtschau verdeutlicht die Analyse: Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit wird nicht durch einen einzelnen Faktor geschwächt, sondern durch das Zusammenwirken mehrerer struktureller Belastungen. Hohe Steuer- und Energiekosten, steigende Lohnstückkosten, demografischer Wandel und rückläufige Investitionen verstärken sich gegenseitig. Vor diesem Hintergrund unterstreicht das Papier die Dringlichkeit wirtschaftspolitischer Reformen, um Standortbedingungen zu verbessern, Investitionen zu stärken und die internationale Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Die gesamte Auswertung dazu finden Sie hier: https://www.bundestag.de/resource/blob/1139336/vergleich-wettbewerbsfaehigkeit.pdf